Der Arbeitsvertrag

Zustandekommen

Die Regel für den Beginn eines längerfristigen Arbeitsverhältnisses ist ein schriftlicher Arbeitsvertrag. Notwendig ist ein solcher jedoch nicht unbedingt: auch wenn nur mündlich vereinbart wird, dass eine Person für den anderen dauerhaft Tätigkeiten als Arbeitnehmer verrichtet, kommt ein Arbeitsvertrag und damit ein normales Arbeitsverhältnis zustande. Dies ist sogar stillschweigend möglich, das heißt es muss nicht ausdrücklich darüber gesprochen werden, dass es sich jetzt um eine Arbeitsverhältnis handelt. Sofern kann der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber eine schriftliche Niederschrift der vereinbarten wesentlichen Vertragsbedingungen verlangen.

Probezeit

Unter einer Probezeit versteht man sowohl
(Fall 1): die Vereinbarung eines befristeten Arbeitsverhältnisses zur Probe, so dass das Arbeitsverhältnis nur dann über die Probezeit hinaus andauert, wenn es verlängert wird
(Fall 2) als auch eine dem unbefristeten Arbeitsverhältnis vorgeschaltete Probezeit. Dieser zweite Fall ist die weitaus häufigere Konstellation.
Eine Probezeit muss ausdrücklich vereinbart werden, im ersten Fall bedarf es hierfür der Schriftform und es müssen die Einschränkungen, welche für befristete Arbeitsverhältnisse bestehen, beachtet werden.

Dauer der Probezeit

Zu Fall (1): Die Probezeit selbst darf in der Regel maximal 6 Monate betragen. Dies ist kein fester Wert, sondern hängt von der einzelnen Tätigkeit ab. Generell kann gesagt werden, je einfacher und weniger verantwortungsvoll eine Tätigkeit ist, desto kürzer ist die zulässige Probezeit. Abweichende Obergrenzen für die zulässige Probezeit finden sich z.B. auch in Tarifverträgen. Eine Probezeit über 6 Monate hinaus ist selten und hat auch relativ wenig Vorteile, denn nach 6 Monaten tritt die Wirkung des Kündigungsschutzgesetzes ein und die besondere Kündigungsfrist der Probezeit kann für maximal 6 Monate vereinbart werden.
Zu Fall (2): Nach Ablauf der Probezeit, spätestens des 6 Monats wird das Arbeitsverhältnis automatisch ein normales Arbeitsverhältnis mit der gesetzlichen Kündigungsfrist.

Probezeit und Kündigung

zu Fall (1) Die ordentliche Kündigung ist ausgeschlossen, sofern es nicht im Arbeitsvertrag ausdrücklich anders vereinbart ist.
Zu Fall (2) Für die Dauer von maximal 6 Monaten kann die Frist für die ordentliche Kündigung auf 2 Wochen verkürzt werden.

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