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Scheidung im gegenseitigen Einvernehmen

24. Juni 2016 / Rebecca Müller

Der überwiegende Teil der Ehescheidungen ist einvernehmlich.

Das deutsche Familienrecht sieht diese vereinfachte Form der Scheidung vor, die eine schnelle und kostengünstige Auflösung der Ehe erlaubt, wenn beide Ehegatten geschieden werden wollen. Darüber hinaus ist es in den meisten Fällen möglich, eine friedliche Lösung mit Zustimmung des Ehegatten, auch trotz einer schwierigen Ausgangssituationen, zu finden.

Für eine Scheidung im gegenseitigen Einvernehmen ist es in Deutschland notwendig, dass ein Anwalt nach einem Jahr der Trennung einen Scheidungsantrag an das Familiengericht schickt. Es ist nicht erforderlich, die Gründe für die Scheidung zu benennen. Der Ehegatte muss dann dem Gerichtstermin der Scheidung zustimmen. Dafür benötigt er keinen Anwalt.

Weitere einvernehmliche Nebenabreden wie Wartung, Gewahrsam oder Handhabung und Eigentumsstreitigkeiten können dennoch unabhängig vom Gericht vereinbart werden. Allerdings sind diese Regelungen nicht notwendig für die Durchführung einer einvernehmlichen Scheidung. Nur der Ausgleich von Ansprüchen in Bezug auf Vermögenswerte, welche die Ehegatten gemeinsam erworben haben, sowie Ansprüche auf Altersversorgung und Kosten derselben wird vom Gericht vollzogen. Diese Fragen können durch eine Beurkundung im Vorfeld auch ausgeschlossen werden. Wenn beide Ehepartner nicht deutsche Staatsangehörige sind, ist eine Versorgungsbilanz in den meisten Fällen nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Seit 1998 unterstütze ich internationale Privat- und Geschäftspersonen. Die internationalen Kunden sind unsere oberste Priorität. Ich bin seit 1998 aktiv sowohl im Bereich des allgemeinen Vertragsrechts und als auch im Bereich des Familienrechts. Aufgrund dieser Erfahrungen sind die Klärung von schwierigen Situationen und schnellen gütlichen Scheidungen als auch die vertraglichen Aspekte der Ausflüsse aller Trennungen und Scheidungen meine Stärken.

Mein anderer Schwerpunkt liegt im Einwanderungsrecht. Ich kenne die Besonderheiten der Eheschließung und Scheidung von bi-nationalen Ehen und mögliche Auswirkungen auf den Einwanderungsstatus des Ausländers.

Im Lichte dieser Spezialisierungen habe ich schon viel erlebt vor Gericht. Letzten Endes bin ich sehr glücklich über die Entwicklung hin zu mehr Scheidungen im gegenseitigen Einvernehmen. Eine Menge Geld kann gespart werden und eine Menge Energie kann statt in die Vergangenheit in die Zukunft investiert werden. Getrennte Paare sind keine Feinde mehr, sondern Freunde und Kinder können sich leichter zwischen Mutter und Vater bewegen, ohne sich in dieser Situation traurig oder schuldig zu fühlen. Sie können sich in der neuen Familienkonstellationen sicher fühlen, statt immer wieder mit den alten Problemen ihrer Eltern konfrontiert zu werden, die in den meisten Fällen nichts mit den Kindern zu tun haben und trotzdem deren Entwicklung zu glücklichen und selbstverantwortlichen Erwachsenen behindern.

Getrennt zu leben bedeutet nicht, es nebeneinander nicht mehr auszuhalten

Mein letztes Scheidungsverfahren, vor ein paar Wochen, das in gegenseitigem Einvernehmen vollzogen wurde, überraschte alle Beteiligten. Das Paar lebte bereits seit über drei Jahren getrennt und mein Scheidungsantrag an das Gericht für die japanische Frau war sehr kurz, da es nicht so viel zu sagen gab. Wie üblich nahm ich meinen Platz zusammen mit der Frau auf der linken Seite des Richters – die Seite für den Antragsteller – ein. Bevor jemand etwas sagen konnte, setzte sich der Ehepartner schnell und selbstverständlich in den Stuhl neben der Frau. Der Platz auf der rechten Seite des Richters, der Platz für den Antragsgegner, blieb leer.

Der Richter sah die beiden etwas verwirrt an und fragte dann: "Sind Sie sicher, dass Sie sich scheiden lassen wollen?" Und fügte schließlich hinzu: "Nun, Sie beide sagen, dass Sie seit drei Jahren getrennt sind, und deshalb werde ich dies nicht überprüfen" und lächelte dann.

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